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Daoismusrichard boyder

Tao Te King

9Antworten26Aufrufe2026-10-05Aktivität

Tao Te King.

Lassen wir eine Diskussion über Kapitel 1 beginnen. Ich habe die Red Pine Übersetzung.

Antworten

Kommentare

LUC TEISSIER

Hallo zusammen, ich habe kürzlich die englische Version von Stephen Mitchell gelesen, die erstmals 1991 von Harper Perennial veröffentlicht wurde: "Der Tao, der beschrieben werden kann, ist nicht der ewige Tao. Der Name, der genannt werden kann, ist nicht der ewige Name. Das Unnennbare ist das ewig Reale. Das Benennen ist der Ursprung aller einzelnen Dinge. Frei von Begierde erkennst du das Geheimnis. Gefangen in Begierde siehst du nur die Erscheinungen. Doch Geheimnis und Erscheinungen entspringen derselben Quelle. Diese Quelle wird Dunkelheit genannt. Dunkelheit in Dunkelheit. Das Tor zu allem Verständnis." Hier sind drei Kommentare von Stephen Mitchell: "du erkennst das Geheimnis": Unendlich wunderbar, doch so gewöhnlich wie Sonnenlicht. Unmöglich zu wissen, doch so einfach wie das Berühren deiner Nase, wenn du dir das Gesicht wäschst. "Diese Quelle wird Dunkelheit genannt": Weil keiner unserer Sinne sie wahrnehmen kann. Sie wird auch "Licht" genannt, weil wir umso strahlender sind, je weniger wir sie blockieren. "Das Tor zu allem Verständnis": Um zu verstehen, müssen wir in der Dunkelheit des Nicht-Wissens bleiben. Vielen Dank für diese Diskussion!

richard boyder

Wunderbar, vielen Dank für deine tollen Einblicke und das Teilen, Luc... Sehr schöne Erklärung.

Michael König-Weichhardt

1. Die erste englische Übersetzung: John Chalmers (1868) Die Ehre der ersten veröffentlichten englischen Übersetzung gebührt dem schottischen protestantischen Missionar John Chalmers. Sein Werk aus dem Jahr 1868, *The Speculations on Metaphysics, Polity, and Morality of the “Old Philosopher” Lau-tsze*, stützte sich stark auf frühe französische Übersetzungen. Chalmers' Kapitel 1: "Der Taou (Pfad), der besprochen werden kann, ist nicht der ewige Taou; der Name, der genannt werden kann, ist nicht der ewige Name. Das Namenlose (Sein) ist der Ursprung von Himmel und Erde; das Benennbare (Sein) ist die Mutter aller Dinge. Wer ohne Begierde ist, sieht die geistige Vortrefflichkeit (des Taou); und wer immer begehrt, sieht nur die Grenzen (der Dinge)." Diese beiden sind von Natur aus gleich, aber von Namen her unterschiedlich. In ihrer Gleichheit werden sie ein Geheimnis genannt; ein Geheimnis der Geheimnisse, das Tor aller Spiritualität.

richard boyder

Ich genieße diesen hier sehr.

Michael König-Weichhardt

Diese drei sind die ältesten englischen Übersetzungen :) Ich finde es interessant, wie sie versucht haben, es zu interpretieren.

richard boyder

Es ist faszinierend, wie jeder seine eigene Perspektive in die Interpretation einbringt.

Michael König-Weichhardt

3. Die theosophische/okkulte Perspektive: Walter Gorn Old (1904) Übersetzer um die Wende zum 20. Jahrhundert, wie Walter Gorn Old, wurden stark vom westlichen Spiritismus und der Theosophie-Bewegung beeinflusst. Sie übersetzten "Tao" oft als "Das Unendliche" oder "Gott". Gorn Olds Kapitel 1: "Das Tao, das ausgedrückt werden kann, ist nicht das ewige Tao; der Name, der genannt werden kann, ist nicht der unveränderliche Name. Das Nichtsein wird der Vorläufer von Himmel und Erde genannt; das Sein wird die Mutter aller Dinge genannt. Aus dem ewigen Nichtsein schauen wir also, um das geistige Wesen der Dinge zu sehen; aus dem ewigen Sein schauen wir, um die Grenzen der Dinge zu sehen. Diese beiden entspringen derselben Quelle und unterscheiden sich nur im Namen. Diese Gleichheit wird das Geheimnis genannt, das Geheimnis der Geheimnisse, die Tür aller Spiritualität.

Michael König-Weichhardt

2. Die endgültige viktorianische Version: James Legge (1891) Der bekannte Sinologe James Legge nahm seine Übersetzung in die berühmte Oxford-Reihe "Sacred Books of the East" auf. Seine Version wurde für fast ein Jahrhundert zum akademischen Maßstab für den Westen. Legges Kapitel 1: "Der Tao, der betreten werden kann, ist nicht der ewige und unveränderliche Tao. Der Name, der genannt werden kann, ist nicht der ewige und unveränderliche Name. (Vorgestellt als) ohne Namen, ist er der Ursprung von Himmel und Erde; (vorgestellt als) mit Namen, ist er die Mutter aller Dinge. Immer ohne Begierde müssen wir sein, wenn wir sein tiefes Geheimnis ergründen wollen; aber wenn Begierde immer in uns ist, ist nur sein äußerer Rand das, was wir sehen werden." Unter diesen beiden Aspekten ist es tatsächlich dasselbe; aber mit der Entwicklung erhält es die verschiedenen Namen. Zusammen nennen wir sie das Geheimnis. Wo das Geheimnis am tiefsten ist, ist das Tor zu allem, was subtil und wunderbar ist.

richard boyder

Lass mich beginnen. Der Weg, der zu einem Weg wird... ist nicht der unsterbliche WEG. Das sagt uns etwas sehr Wichtiges. In dem Moment, in dem wir die menschliche Rationalität ... versuchen, um das Letzte zu verstehen... Den Ursprung und die Quelle der Existenz... verlieren wir etwas. Unsere engen menschlichen Gedanken und Ansichten können die Realität des TAO... des WEGES... nicht erfassen, der unsterblich ist. Das spricht also zu mir über eine Sache... Nichturteil... Das führt uns als Menschheit dazu, nicht zu versuchen, einander unsere Ideen aufzuzwingen... denn die Art und Weise, wie wir beschreiben... ist nicht der unsterbliche Weg.... Es ist eine Antwort auf den WEG... sicher... Aber es behandelt nicht die absolute WAHRHEIT... Daher sollten wir uns nicht gegenseitig verletzen... durch Urteile... denn wenn ich DEN WEG nicht kenne... aber ich folge EINEM WEG... kann ich den "EINEN WEG" teilen: ja, aber niemals aufdrängen. Sei immer akzeptierend gegenüber anderen... Wir alle leben in der Existenz in DEN WEG... wir können dem nicht entkommen... Aber wir alle sehen EINEN WEG... aus unserer eigenen Perspektive. Sei freundlich... sei akzeptierend... Und lass unsere Geister auf DEN WEG ausgerichtet sein... Gemeinsam gehen wir alle EINEN WEG... auf DEN WEG zu. Segnungen